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Die Fallschirmaufklärer sind eines von mehreren Aufklärungsmitteln (Aufkl Flugzeug, Drohne, Elektronische Aufklärung, usw.), die der Armeeführung für die Informations- und Datenbeschaffung zur Verfügung stehen.

Die Einzigartigkeit und Vielseitigkeit der Fallschirmaufklärer ermöglichen es der Armeeführung, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Informationen und Daten anzufordern. Die Vorteile gegenüber anderen Mitteln liegen auf der Hand und können wie folgt zusammengefasst werden

  • Einsatzgebiet in feindlichem Gebiet oder besetztem Gebiet
  • Relativ kurze Vorbereitungszeit, pro Mission 12 - 24 Std.
  • Infiltration situativ vertikal oder terrestrisch möglich
  • Autonome Beobachtungsgruppe, die ohne logistische Unterstützung auskommt
  • Mögliche Einsatzdauer bis 20 Tage
  • Observation von Objekten, Achsen oder definierten Räumen rund um die Uhr
  • Infiltration, Observation und Kommunikation auch bei schlechtem Wetter
  • Beobachtungsposten der mitdenkt und situativ auch selber entscheiden kann

In der Regel wird in einer vier bis sechs Mann starken Patrouille gearbeitet. Sie werden einzeln von der Einsatzzentrale geleitet. Jede Patrouille führt ihren Einsatz unter strenger Geheimhaltung zielgerichtet durch. Nur die Einsatzzentrale und die Patrouillenmitglieder kennen Auftrag und Einsatzraum. Der Auftrag ist primär die Beschaffung von Informationen in der Tiefe des gegnerischen Raumes. Die Patrouillen sind während des gesamten Einsatzes auf sich selbst gestellt und können nur via Funk mit der Einsatzzentrale in Verbindung treten.

Es sind verschiedene Infiltrationsarten denkbar, die im Truppendienst ständig geübt werden. Neben der Fallschirm-Infliltration und der nächtlichen Infiltration mit Hubschrauber sind verschiedene terrestrische Infiltrationen per Fahrzeug, zu Fuss, mit Skiern, Schneeschuhen u.a. möglich. Die Infiltrationsart hängt von diversen Faktoren wie zum Beispiel der Witterung, Gelände, Jahreszeit und Auftragsort ab.

Die Einsatzphasen

Isolation

Aufgrund der Geheimhaltung bereitet sich die Patrouille in einem von der Aussenwelt abgeschotteten Raum selbständig auf den Einsatz vor. Die Patrouille erhält sämtliche für die Auftragserfüllung verfügbaren Informationen. Je nach Bedürfnis wird auf Spezialisten zurückgegriffen, um detaillierte Informationen zu bestimmten Themen zu erhalten. Nach Abschluss der Vorbereitung begibt sich das Team direkt in den Einsatz.

Infiltration

Die Infiltration führt die Patrouille in die Nähe des Einsatzraumes und erfolgt ausnahmslos in der Nacht oder Dämmerung. Für einen Fallschirmeinsatz kommt entweder ein Sauerstoffsprung mit steuerbaren Flächengleitschirmen aus Höhen über 7000 Meter / Meer oder ein TIEF-Einsatz aus zirka 200 Meter / Grund mit unsteuerbaren Rundkappenschirmen zum Zuge. Das Eindringen in den Einsatzraum erfolgt zu Fuss und erstreckt sich über mehrere Kilometer. Durch Tandem-Fallschirmsysteme werden auch Spezialisten anderer Fachgebiete ohne Sprungausbildung in den Einsatzraum infiltriert.

Einsatz

In dieser Phase findet die eigentliche Auftragserfüllung statt. Es können drei Arten der Aufklärung unterschieden werden:

  1. Achsüberwachung: permanent werden alle Bewegungen entlang einer Achse (Weg, Strasse, Bahn oder Fluss) beobachtet und gemeldet.
  2. Objektüberwachung: das Objekt wird rund um die Uhr von einem Beobachtungsposten aus überwacht. Eine Aufklärung am Objekt selber ist aus Sicherheitsgründen nur während der Nacht denkbar.
  3. Raumüberwachung: die Raumaufklärung ist abhängig von der Bedrohung, der Jahreszeit, dem Gelände und der Art der aufzuklärenden Ziele.

Nachts werden für die Beobachtung Nachtsichtgeräte eingesetzt. Die Übermittlung erfolgt mittels modernster Funkgeräte, welche die Meldungen komprimieren und chiffrieren.

Exfiltration

Nach Erfüllung des Auftrages setzt sich die Patrouille ab und kehrt durch eine Helikopter-Exfiltration oder selbständig zur Basis zurück.

Quarantäne

Nach der Rückkehr wird die Patrouille wiederum von der Aussenwelt isoliert, während eine nachrichtendienstliche Auswertung sämtlicher Aspekte des Einsatzes erfolgt.

Der Einsatz in Bildern: